Große Fortschritte beim Glasfaserausbau in der Region

Stephan Köthe (AfD/FR): Den Optimismus teilen wir leider nicht. Die bislang erreichten Ausbauziele deuten auf ein Erreichen des 90%-Ziels frühestens im Jahr 2033 hin – nicht aber, wie vereinbart, im Jahr 2030. Zudem gibt es, bedingt durch Kostenexplosionen, Fachkräftemangel und steigende Zinsen, ein insgesamt deutlich unattraktiveres Umfeld für Investitionen. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, muss das Ausbautempo dauerhaft mindestens um 20% erhöht werden. Wo möglich, sollten insbesondere Stadtwerke für ein Engagement gewonnen werden.

Untenstehend ein Auszug aus der Pressemitteilung des Verbands Region Stuttgart.
Die vollständige Pressemitteilung des Verbands Region Stuttgart kann hier abgerufen werden.

In der Region Stuttgart gibt es beim Glasfaserausbau das schnellste Wachstum aller deutschen Wirtschaftsregionen. Einige regionale Ziele sind laut Gutachten früher erreichbar

STUTTGART: Der Glasfaserausbau in der Region Stuttgart schreitet weiterhin zügig voran und befindet sich im Zeitplan. Dies berichtete Hans-Jürgen Bahde, der Breitbandbeauftragte der Region und Geschäftsführer der Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS) im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart.

Aktuell und für die kommenden Jahre sieht Bahde „sehr erfreuliche“ Perspektiven für den flächendeckenden Ausbau in den Städten und Gemeinden der Region. Bis Jahresende 2021 sind die Anschlusszahlen aus dem regionalen Gigabitprogramm laut Report der Deutschen Telekom auf über 210.000 Anschlüsse gestiegen. Mitte des Jahres waren es noch 167.000 gewesen. „Mit diesem Zuwachs verfügt die Region Stuttgart beim Glasfaserausbau über das schnellste Wachstum aller deutschen Wirtschaftsregionen“, erklärte Bahde.

Laut einer unabhängigen Evaluierung durch das Beratungsunternehmen PwC Düsseldorf können die regionalen Ausbauziele teilweise sogar früher erreicht werden. So wird die Versorgung aller Gewerbegebiete und förderfähigen Schulen sowie der Hälfte der Privathaushalte mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor 2025 abgeschlossen sein. Das Ziel für 2030, der flächendeckende Ausbau für 90 Prozent der Haushalte in der Region, ist ebenfalls erreichbar. Es würde nur dann erst später gelingen, wenn die Telekom lediglich 80 Prozent ihrer Ausbauvorhaben planmäßig umsetzt und die anderen Breitband-Unternehmen nur ein Drittel ihrer Pläne realisieren. Für die Studie haben die Gutachter Breitband-Unternehmen über ihre Ausbaupläne in den nächsten Jahren befragt sowie Marktentwicklungen und Marktdaten analysiert. Als zentralen Erfolgsfaktor für den weiteren Ausbau nennt die Studie die Festigung der bestehenden Partnerschaft mit der Telekom und rät dazu, die Aktivitäten der neuen Marktteilnehmer für einen ergänzenden Ausbau zu nutzen. „Die neue Marktdynamik bietet große Chancen für einen koordinierten, komplementären und beschleunigten Glasfaserausbau in der Region, der unsere zeitlichen Versorgungsziele sichern und abstützen kann“, so Bahde weiter. Um zusätzliche Ausbaugeschwindigkeit zu erhalten, hat die GRS seit März 2021 Gespräche geführt und mit der Deutschen Glasfaser und der Deutschen Giga Access ein Memorandum of Understanding (MoU) abgeschlossen. Mit weiteren Anbietern wurden kommunale Kooperationsvereinbarungen für die Städte und Gemeinden der Region Stuttgart verhandelt.

Derzeit sind zahlreiche Ausbauabsichten in den Städten und Gemeinden der Region angekündigt oder geplant. 500 Haushalte befinden sich gesichert in der Bauphase. Frühestens ab 2023 ist mit einer nennenswerten Erhöhung der Anschlusszahlen durch weitere Anbieter zu rechnen. Mit jährlich über 100.000 Anschlüssen entfällt im laufenden Jahr 2022 der überwiegende Anteil auf die Deutsche Telekom. Hinzu kommen die Ausbauaktivitäten der Stadtwerke Filderstadt, Ludwigsburg-Kornwestheim, Weinstadt und Bietigheim-Bissingen, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Telekom abgeschlossen haben. Zumeist bauen die Stadtwerke das Netz, das die Telekom mietet und betreibt. „Breitbandaktive Stadtwerke können dazu beitragen, dass verdichtete Gebiete beim Glasfaserausbau nicht ins Hintertreffen geraten, denn die neuen Anbieter engagieren sich vor allem in kleineren Kommunen und im ländlichen Raum, sodass urbane Räume unterdurchschnittlich von der gegenwärtigen Marktdynamik profitieren“, erklärte Bahde. Weitere Vertragsunterzeichnungen erwartet er noch für dieses Jahr.

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